Ruka - ständig unter Strom
- Silke Jungblut
- 31. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Hi, ihr Lieben. Ich bin die Ruka. Gebürtig heiße ich Silke Jungblut, aber publiziere unter meinem Spitznamen, der sich inzwischen auch bereits bei Freunden und Familie festgesetzt hat. Geboren wurde ich im schönen Koblenz, bin aber seit 2019 stolze Weiterstädterin und habe hier in Hessen mein Zuhause gefunden. Gemeinsam mit meinem Mann, vier Katzen, tausenden von Bienen und zwei Leopardgeckos wohne ich in einem kleinen Häuschen, indem auch mein Atelier und meine Praxis einen Platz gefunden haben.
Ruka steht auch für "MPS: Multiple Project Syndrom"
Schon im Studium habe ich gemerkt, dass ich ein hohes Spektrum an Interessen habe. Es gibt auf unserer Welt einfach so viel zu entdecken und zu erleben, dass man sich kaum entscheiden kann, was man am liebsten angehen möchte. Das mag auf den ersten Blick toll klingen, aber viele unterschiedliche Themenbereiche zu bearbeiten heißt auch, ständig zwischen diesen jonglieren zu müssen.
Zum Beispiel liebe ich das Lesen und Schreiben, also habe ich bereits im Studium angefangen, mich in Schreibwerkstätten zu beteiligen und Artikel für ein Online-Magazin zu schreiben. Gleichzeitig war ich im AStA (natürlich Presse-Referat) und hatte zwei Jobs. Einer davon als freie Lektorin bei einer Lektoratsagentur, der andere schon als selbständige Unternehmensberaterin mit internationalen Schulungen und Präsentationen im Portfolio. Als wäre die Balance zwischen Studium und Selbständigkeit nicht schon schwierig genug, habe ich mich zusätzlich bereits zu dieser Zeit im Tierschutz engagiert und Katzenbabys verstoßener Katzen-Mütter großgezogen - oft auch mit der Flasche. Als Schiedsrichterin für Deutsche und Weltmeisterschaften in Rummikub und Stratego habe ich ebenfalls über Jahre hinweg viele Erfahrungen sammeln dürfen. Und natürlich habe ich schon in frühen Jahren meinen Teil der Care-Arbeit für meine pflegebedürftige Oma und die Kinder in der Familie übernommen.
Jede einzelne Aufgabe für sich hat mir viel Spaß gemacht und mich und meine Leistungsfähigkeit immer wieder herausgefordert. Aber seien wir ehrlich - ein Zuckerschlecken war das oftmals nicht. Der Tag hätte gut und gerne mal ein paar Stunden mehr haben können, weil ich nicht bereit war, einer meiner Projekte runterzuschrauben.
Da so ein Tag aber seine festgelegten 24 Stunden hat und auch Selbständige daran nicht rütteln können, ist es umso wichtiger, Pausenzeiten einzuplanen, um neue Energie und Kraft zu tanken. Das andere Problem war der hohe Mental Load, da vielfältige Interessen eben auch mit ganz unterschiedlichen Aufgaben und Regelwerken einhergehen, die alle für sich und trotzdem parallel zueinander gemanaged werden wollten. Ein hausgemachtes Problem - na klar, aber trotzdem keines, das nicht zu lösen wäre.
Des Pudels energiezehrender Kern
Wenn man also nicht bereit oder fähig ist, Aufgaben abzugeben, Interessen loszulassen oder das Raum-Zeit-Gefüge zu den eigenen Gunsten zu verändern, dann sollte man eine Fähigkeit unbedingt haben: Körperliches und mentales Pausemachenkönnen.
Damit meine ich nicht nur, dass man sich Zeiten in der täglichen ToDo einräumt, in denen man theoretisch Pause machen kann, sondern dass man körperlich und vor allem auch mental wirklich abschaltet. Das können aber die wenigsten, besonders nicht mitten im trubeligen Alltag. Die Mittagspause wird oft genutzt, die nächst-anstehenden Termine zu organisieren, während der Couch-Zeit ist das Mobiltelefon griffbereit im Falle einer Nachricht oder eines Anrufs und das Piepsen der Küchengeräte wird mit jeder Neuanschaffung lauter (ungelogen, unsere neue Mikrowelle spielt alle zehn Sekunden eine Melodie, wenn man den Inhalt nicht herausnimmt). Lange Rede kurzer Sinn: Wir sind nahezu ständig leistungsbereit und strebsam, selbst wenn wir uns vornehmen, nichts zu machen. Der Kopf lässt sich eben nicht so leicht abschalten, wie die trällernde Mikrowelle. Und wenn wir nicht schaffen, auch geistig einmal zur Ruhe zu kommen, dann ist jede Entspannungsmaßnahme schwierig.
Achtsamkeit und Meditation als einzige Möglichkeit?
Ein zusätzliches Problem war für mich, dass die bekannten Entspannungsverfahren einfach nicht so richtig auf mich und meine Energie zu passen schienen. Achtsamkeit wird heute schnell mit Yoga und Meditation in Zusammenhang gebracht. Für jemanden wie mich, der sich nicht so leicht lahmlegen lässt und deren Kopf jede Ruhepause zum Verplanen neuer Projekte nutzt, ist Meditation nicht das richtige Mittel, um zu Verschnaufen. Mein Kopf kann nicht nichts tun. Er kann sich nicht leeren oder nichts denken: wenn die Gedanken fließen, dann basteln sie Strategien, ersinnen neue Ideen oder versuchen, Aufgaben zumindest schonmal gedanklich abzuarbeiten. Es gilt also, die Gedanken in entspannend-konzentrierte Bahnen zu lenken, ohne leistungsbereit oder belastet zu sein. Entspannung heißt nämlich nicht unbedingt, nichts zu tun, sondern sich mit etwas zu beschäftigen, das dem Geist eine Ruhepause gönnt.
Kreativität als Entspannungsverfahren
Für mich war die Kreativität das Ventil, das ich zum Abschalten gebraucht habe. Im Studium habe ich eher zufällig begonnen, zu zeichnen. In den Wartezeiten zwischen den Seminaren, vor Sprechstunden oder sogar kurz vor einer Prüfung im Warteraum. Ich nahm Bleistift und Papier mit und begann, zu kritzeln und zu zeichnen. Einfache Striche und Kritzeleien fügten sich zu Motiven zusammen und ich vergass plötzlich die ganze Hektik und den Druck um mich herum. Der perfekte Ausstieg aus dem Alltag und den Sorgen. Das war eine so erleichternde Erfahrung, dass ich bis heute dabei geblieben bin. Inzwischen sogar nebenberuflich.
Denn wenn ich mich hinsetze, um mit Stift und Papier eine Zeichnung anzufertigen, dann rückt alles andere in den Hintergrund. Meine Konzentration wird komplett auf die Striche und Schattierungen gelenkt, meine Augen folgen der entstehenden Zeichnung und gleichzeitig freue ich mich über das Bild, das ich erschaffe. Perfektion spielt da nur eine untergeordnete Rolle, denn in diesem Fall wäre sie auch kontraproduktiv. Da Perfektion mit Leistung zusammenhängt, ist es wichtig, sich den Raum zu gönnen, "fehlerhaft" sein zu dürfen. Da ich damals wusste, dass ich (noch) nicht zeichnen kann, habe ich mir erlaubt, einfach anzufangen, ohne Erwartungen an mich zu stellen. Alleine das kreative Wirken hat mich die Zeit und Sorgen um mich herum vergessen lassen. Heute bekomme ich das auch oft von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen meiner Workshops gesagt, dass sie einfach mal alles um sich herum vergessen können (sogar das Handy) und sich nur mit Farben und Motiven beschäftigen. Eine richtige kreative Ruhepause für den Geist, in der wir uns einfach mal nur mit dem Schönen befassen und dadurch Leichtigkeit erfahren. Die Zeit verfliegt im Nu und die fertige Zeichnung erinnert auch im Nachhinein an die schönen Momente, während des Gestaltens.
Heute zeichne ich nebenberuflich, das nimmt natürlich ein bisschen von der Unbefangenheit. Aber gerade beim Zendoodeln kann ich immer noch wunderbar abschalten. Zendoodeln kommt von Zentangle, erfunden von einer Künstlerin und einem Mönch und ist eine Kreativmethode, die extra zum Entspannen ersonnen wurde. Einfache Striche und Muster lassen sich superschnell erlernen und zu hübschen Mustern zusammenfügen. Es braucht weder Talent, noch Übung, noch Vorkenntnisse, die Striche fügen sich wie von Zauberhand zusammen, sodass wir nicht nur in die Entspannung kommen, sondern gleichzeitig quasi automatisch ein schönes Muster erstellen. Der perfekte Einstieg in kreative Entspannungsmomente.
Lust auf eine kreative Entspannungspause?
Wenn Du Lust hast, diese Entspannung mit mir auszuprobieren, dann schau doch mal bei
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